Will ich wirklich ein Reitsportblogger werden?

Zwischenbilanz oder Sinnkrise

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Jetzt habe ich vor mehr als einem halbem Jahr mit diesem Blog angefangen und bin gleichzeitig ebenfalls auf Instagram gestartet. Man könnte mal nach dieser Zeit ein Resümee ziehen.

Als erstes möchte ich mit einer Begriffsdefinition oder besser gesagt „Titulierung“ beginnen. Ich selbst, da ich derzeit nur auf zwei Social-Media-Plattformen und meinem Blog aktiv bin, bezeichne ich mich mit meinem Tun schon irgendwie als Blogger, sozusagen als ein Instagram-Blogger, weil auf Facebook landen derzeit nur ‚reposts‘ aus den Inhalten der beiden anderen Seiten. Vielleicht könnte man Instablogger sagen? Wobei die längeren Texte auf meinem WordPressblog landen und Instagram als Tool verwendet wird, um die Abonnenten von dort auf meinen Blog zu bringen.
Ach, was wünsche ich mir so sehr diese Hochwisch-Funktion! Diese wurde vor einigen Monaten auf Instagram für die Story aktiviert, doch leider nur für Accounts mit weit aus mehr Abonnenten als meiner bisher erreicht hat.

Damit kommen wir schon zu einem wichtigen Punkt, an der ganzen Sache in dem Reitsportblogger-Dasein. Ich bin im Großen und Ganzen glücklich und erfreut darüber, wie sich bisher mein Instagramaccount entwickelt hat. Am Anfang war ich ja sehr gespannt, wie dieses Instagram funktioniert, denn ich war vorher mit keinem anderen Account angemeldet gewesen. Es war also alles Neuland für mich. Ich muss sagen, auf Instagram haben sich viele neue und fantastische Eindrücke ergeben, die ich heute nicht mehr missen möchte. Ich kannte Pinterest, doch ich finde Instagram ist etwas ganz anderes.
Es ist so schön zu erleben, wenn sich auf dieser Plattform langsam neue Kontakte ergeben und man sich öfters mal schreibt. Dieser Austausch, auch wenn es bisher meistens nur wenige Zeilen waren, ist bereichernd für mich. Instagram macht mir bisher Spaß und es ist ein schöner Zeitvertreib.

Selbstverständlich gibt es Dinge auf Instagram, die mir nicht gefallen, nur das ist nicht Thema dieses Beitrages. Ich möchte hier zusammenfassen, was es mir persönlich bringt und ich dabei empfinde, mich auf dieser Plattform zu aktiv einzubringen. Man kann ebenso passiv konsumieren, was sicherlich viele Menschen machen. Mir gefällt diese direkte Rückkopplung, die man bekommt, wenn wildfremden Menschen die Bilder gefallen und sie kommentieren. Diese kleine Anerkennung, fühlt sich gut an und ich bin mir sicher das geht vielen so. Gerade am Anfang freut man sich über jedes einzelne Herzchen. Jetzt freue ich mich immer noch, ist klar.
Was das Ganze trübt, ist der Vergleich. Sei es zu anderen eigenen oder anderer Leute Bildern. Innerlich habe ich teilweise schon eine Erwartungshaltung entwickelt, ob jedes neue Bild wieder die Like-Anzahl des vorigen erreicht oder gar übertrifft. An sich ist das okay, wenn ich inzwischen nicht längst wüsste, dass der ’nette‘ Algorithmus dazwischen funkt, man Likes kaufen kann, Like-Shoutouts gemacht werden, Gewinnspiele das Liken einfordern oder andere Spielchen Likes bewirken können. Und wozu?
Ist es diese kleine Freude, die man empfindet oder geht es um mehr? Worüber ich Anfangs nichts wußte, war das finanzielle Ziel, also die Monetarisierung, die hinter so vielen Profilen steckt. Ja, ich hatte es wohl schon irgendwo gelesen, dass es das gibt, nur ich war schlichtweg überrascht, wie sehr das auch bei kleinen Accounts im Fokus steht und gerade im Reitsport, also nicht im Beauty-Fashion-Bereich.

Das ist im Prinzip die Gretchenfrage! Wo will ich hin mit meinem Account? Dümpel ich im Kleinen ein wenig vor mich hin, sammle ‚drei‘ Likes ein und schließe die App wieder, weil ich habe ja noch ein Leben außerhalb. Öffne ich die App erst wieder am nächsten Tag, um selbst drei Likes abzugeben oder die News bei den ‚Megastars‘ zu verfolgen, dann mache ich mir gewiss keinen Stress damit. Ein nettes Spielzeug. Richtig Stress hat man allerdings, wenn man seinen Account wie ein Tamagotchi mehrfach täglich füttern und pflegen muss und dies manuell ohne App oder Bot macht. Sei es weil man so richtig viele Likes raus haut, follow-unfollow-Aktionen durchzieht oder alle ‚Konkurrenz‘-Posts checken muss. Das artet dann fast in einem Zweitjob aus!
Ich kann verstehen, wenn dann manch einer gerne dafür ne Bezahlung hätte. Ich auch! Und das ist etwas, was mich derzeit ziemlich beschäftigt. Man fängt Instagram aus Spaß an und irgendwann wird Ernst daraus.

Jetzt komme ich mir schon nachlässig vor, wenn ich zwei Tage kein Bild gepostet habe. Es fühlt sich fast wie eine Verpflichtung an, am Ball zu bleiben und täglich ein Bild hochzuladen. Wenn es wie Anfangs beliebige Schnappschüsse wären, könnte ich das mir ohne Probleme aus dem Ärmel schütteln. Jetzt mache ich mir Gedanken, welches Bild als nächstes kommen soll und ob es zu den vorherigen passt. Ich bewundere diese schönen Feeds, die mit einem regelmäßigen Muster und Farbschema eine ansprechende Gestaltung erreichen. So etwas klappt bei mir nicht. Ich hätte das Gefühl alles wäre gestellt, nicht authentisch (oh nein, DAS Wort!) und nicht im Fluss der Erlebnisse. Ich versuche seit einiger Zeit eine gewisse Regelmäßigkeit bei den Sprüchen und den Ankündigungen für einen neuen Blogbeitrag zu bekommen. Das ist gar nicht so einfach, denn oft habe ich mehr Fotos zum posten, als geschriebene Blogbeiträge. Eigentlich sollte ich öfters bloggen. Texte schreiben geht mir meistens leicht von der Hand, nur es kostet viel Zeit, die ich an vielen Tagen leider nicht habe. Die vielen Sprüche, die schon fertig sind, passen ebenfalls nicht immer zu aktuellen Situation.
Ich überlege, ob mir das nicht schon jetzt, bei so einer kleinen Abonnentenanzahl eigentlich zu viel Aufwand ist? In mir ist da so ein kleiner Perfektionsteufel, der total unzufrieden ist, mit dem wie manchmal die Bilder von mir selbst gepostet werden. Drei dunkle mäßig attraktive Bilder hintereinander, wie konnte ich nur?!

Ich könnte selbstverständlich jederzeit damit aufhören. Mein Leben geht genauso wie vorher gut ohne Instagram weiter. Es kennt mich bisher niemand und richtig vermissen wird meine Postings vermutlich auch keiner. Vielleicht ne Handvoll, zu denen ich bereits einen losen Kontakt geknüpft habe. Ne Woche oder zwei, dann ist man allerspätestens im Internet-Nirvana in Vergessenheit und im Nichts der Bits und Bytes verschwunden.

Nur will ich aufhören? Eigentlich nicht. Nur wohin will ich? Wie lange bleibt es Rumgedaddel und wann bekommt es eine Strategie, die konsequent durchgezogen wird?
Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, will ich mich am liebsten treiben lassen, das dahinplätschern der Ereignisse beobachten, gelegentlich meinen lapidaren Senf dazu abgeben und keine Erwartungen wildfremder Menschen erfüllen müssen, damit der Traffik bleibt, das Image stimmt und die Herzchen eintrudeln, sagt das kleine faule Engelchen. Nein, nein, nein sagt das Perfektionsteufelchen! Du hast doch ein paar nette Ideen, mach was dafür, um sie zu realisieren. Los, mach was!

2 Gedanken zu “Will ich wirklich ein Reitsportblogger werden?

  1. Ich verstehe dich so so gut.. ich habe 2016 mit meinem Blog angefangen, es lief gut und dann kam ein Zeitpunkt an dem ich alles hinterfragt habe.. will ich das wirklich, diese Onlinepräsenz, was, wenn ich keinen Content mehr habe, ist die Konkurrenz nicht eh schon zu groß…
    Dann habe ich Chevassion ruhen gelassen, aber (zum Glück) nicht gelöscht. Die Pause tat gut, ich weiß nun in welche Richtung ich möchte und habe die „Insta/Bloggerszene“ in der Zeit verfolgt und beschlossen weiter zu machen.. Ich glaube solche Gedanken kennt jeder.. es ist auch wichtig sich damit zu beschäftigen finde ich. Auch zu wissen wo man hin möchte, etc. 🙂

    LG Eva
    http://www.chevassion.com

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