Eventbericht – Hengstschau auf dem Gestüt Tannenhof

Ein Ausflug in den verschneiten Taunus

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Letztes Wochenende war ich zum allerersten Mal auf einer Hengstschau und bin noch immer beeindruckt von den schönen Pferden und vor allem der wunderbaren Showeinlage von Avantgarde-Horses. Eine kurze Videoimpression läuft aktuell auf meinem Instagram-Account und erfreut sich reger Beliebtheit. Es gab noch einige andere Eindrücke und weitere Fotos, die ich gar nicht auf Instagram hochgeladen habe, weil diese besser in einem Beitrag aufgehoben sind.

Die Hengstschau fand auf dem Gestüt Tannenhof statt, auf dem ich ebenfalls noch nie gewesen bin und ich machte mich durch den verschneiten Taunus bei herrlichem Sonnenschein auf den Weg dahin. Es war ein recht spontaner Besuch und ich wusste nicht was mich erwarten würde, denn Zuchtveranstaltungen sind relatives Neuland für mich, zumindest kenne ich Hengstschauen derzeit nur aus dem Internet. Geplant ist, weitere solcher Veranstaltungen zu besuchen, denn bei mir besteht ein gewisses Interesse für das Thema, auch wenn derzeit nur ein Wallach vorhanden ist. Das nächste Pferd wird vermutlich eine Stute werden.

imageAngekommen war ich positiv überrascht, die schöne große Veranstaltungshalle direkt in einem Wohngebiet anzufinden und ich schaffte es noch einen Platz in der ersten Reihe zu bekommen. Sofort fiel mir auf, dass die Veranstaltung von ClipMyHorse übertragen wurde, was sicherlich keine Überraschung ist, wenn man die Besitzverhältnisse kennt. Die Anlage und Moderation war bei der Veranstaltung dadurch sehr professionell.
Die Schau begann mit einem Video auf der Leinwand. Zuerst dachte ich es sei das übliche Intro und gleich kommt das erste Pferd herein, leider dauerte das ein Weilchen und wir Zuschauer erfuhren, dass der pferdige Star des Gestüts, der Hengst Fahrenheit, seit Jahresanfang verletzt ist und erst seit einer Woche wieder unter dem Sattel läuft. Deswegen gab es keine Vorführung sondern Videomaterial aus Nürnberg und Frankfurt, wo ich den Hengst live gesehen hatte. Bei einem anderen Turnier hatte ich den Hengst bereits 2016 noch unter Leif Hamberger gesehen und schon damals war er mir aufgefallen.
Die neue Reiterin und Tochter des Hauses Anja Plönzke lobte in ihrer Ansprache den tollen unkaputtbaren Schritt und der Warnsinnstrab fällt jedem sowieso ins Auge. Wer zudem den sportlichen Weg des Hengstes verfolgt, der kann leicht Fan von dem Hengst werden. So erging es auch den Züchtern, die ihn bereits als Vatertier gewählt haben und mit einem Siegerfohlen dafür belohnt wurden, das so wie es scheint weiterhin unverkäuflich bleiben wird.

Leider war dann auch der zweite Star, der Springhengst Chacco Chacco ebenfalls nicht dabei, weil der Reiter krank war und es wurde ein Video von Leipzig gezeigt. Dann kam, man möchte schon endlich sagen, das erste Pferd in die Halle und es war sein Sohn Conroy, der ein paar Sprünge machte und dabei wurde betont wie wichtig es ist junge Pferde langsam in den Sport zu bringen. Als zweites Pferd und als erster Hengst kam Chambretto rein, der interessanterweise nun trotz Springpferdeabstammung, jetzt in der Dressur stärker gefördert wird. Man sieht es ja an anderen Pferden, die dank dem für Springpferde typischen kurzen Rücken viel kompakter sind, zudem über ein starkes Hinterbein verfügen und damit sehr wohl eine gute Leistung, wenn nicht sogar Spitzenleistungen, in der Dressur zeigen können. Eine Tochter des Hengstes, namens Cajana, die danach in die Halle kam, kann es bereits durch ihre Erfolge belegen. Bei ihr wurde betont, dass sie dem Holsteinerstamm 1947 zugehört und für Züchter ist diese Info ziemlich interessant, doch mir sagt der Stamm nichts. Ich kenne mich, wenn überhaupt dann eher bei einer anderen Pferdezucht aus und hatte mich mit Holsteiner-Stämmen nie befasst.

Als viertes Pferd kam der 20-jährige Hengst Conteur rein und gebärdete sich alles andere wie ein senioriges Pferd. In ihm schlummern die Gene aus dem Stamm 104a
und er hat bereits eine beeindruckende Lebendgewinnsumme von 485.000 € erreicht. Logisch, dass hier der Moderator darauf hinwies, Züchter sollen nicht nur nach den Junghengsten greifen, sondern die bewährten Hengste nutzen.
Als jüngstes Pferd in der Schau bekamen wir Zuschauer ein gerade erst drei Wochen altes Hengstfohlen von Chacco Chacco und einer Conteur-Stute gezeigt, welches sich noch sehr schüchtern an seine Mutter heftete.

imageGar nicht schüchtern war der darauffolgende Auftritt von Ana Ayromlou als spanische Tänzerin und Oliver Jubin auf seinem geschmückten Hannoveraner. Ich war wirklich beeindruckt von der Vorführung und so manch einer aus dem Publikum, brachte sein Smartphone zum Glühen, weil alles gefilmt werden musste. Zur Freude des Publikums gab es im zweiten Teil der Hengstschau nochmal einen Auftritt. Wie ich später erfuhr, sind solche Showacts nicht gerade der Standard bei zuchtbetonten Terminen.

Anschliessend wurde der vierjährige Junghengst Estefano unterm Sattel gezeigt, der bald nach seiner Sportprüfung zur Zucht zur Verfügung stehen wird. Westfälisches E-Blut fließt in seinen Adern und er ist ein Verwandter vom bekannten Satchmo von Isabell Werth. Da kann man ja nur Großes hoffen.

imageAls nächster Programmpunkt war eine Pause angesetzt, die man nutzen konnte um etwas vom Grill oder lecker Kuchen zu essen, die Auswahl war riesig, oder man konnte hoch zu den Stallungen laufen. Ich machte alles davon, also erst Kuchen und Kaffee, dann zum Stall und dann noch ne Bratwurst und saß pappsatt zur zweiten Runde wieder auf meinem Platz.
Später ärgerte ich mich, denn dadurch verpasste ich die Möglichkeit etwas zu gewinnen, weil ich mich unten im Gastrobereich nicht länger umgesehen hatte. An der Theke hat es Lose für ein Gewinnspiel gegeben, gesponsert von der Nürnberger Versicherung, und neben einem Uvex Reithelm und Reithandschuhen, gab es Freikarten für das Frankfurter Festhallenturnier zu gewinnen. Die Chance zu verpassen war blöd.
Andererseits wollte ich den kurzen Stallbesuch nicht missen, denn es war schon beeindruckend, die Hengste aus der Nähe zu sehen. Darunter war auch der Hengst Download, der von mehreren Leuten zeitgleich vorbereitet wurde und sich in einem top gepflegten kurzhaarigen Zustand zeigte. Nicht zu vergleichen mit meinem Pferd in seinem Winterplüsch.
imageAuch die anderen Hengste, die in den Boxen standen, waren alle schick anzusehen. Ganz hinten im zweiten Hengststall entdeckte ich Fahrenheit und war erstaunt, wie wenig irritiert er von den ganzen Leuten in der Stallgasse war, die ihn aufmerksam betrachteten, er wollte lieber mit seinem Stöckchen spielen, dass er an den Gitterstäben entlangzog.

Das Programm ging nach der Pause mit dem Junghengst Crimetime weiter, der allerdings etwas aufgeregt war und sich durch das viele Publikum beeindrucken ließ. Der Moderator forderte trotz der Anspannung einen längeren Zügel und ein Zulegen von der Reiterin, damit die Züchter auch die schönen Gänge gezeigt bekommen und verstehen warum er die guten Wertnoten bekommen hatte.
Man darf nicht vergessen, so eine Veranstaltung ist keine nette Trainingsrunde vor ein paar Naturausflüglern, sondern sie soll die Züchter dazu bringen, ihre Stuten genau von den hier gezeigten Hengsten bedecken zu lassen.
Wenn man das macht und ein Siegerfohlen hat, dann bekommt man wie die Familie Schneider einen Züchter-Ehrenpreis, wobei das vermutlich nur ein kleiner Trost ist, wenn man leider die Mutterstute nicht mehr in der Zucht einsetzen kann. Auf die Zukunft setzen wird auch der Gewinner eines Freisprunges, welcher ebenfalls verlost wurde. Teilnehmen kann natürlich nur, wer eine Stute sein Eigen nennt und diese vorher mit Lebensnummer anmeldet.

imageVielleicht nutzt der Gewinner den anschließend gezeigten Hengst Download, der sich unter seinem Reiter Frank Günther mit einem mächtigen Kragen präsentierte. Die Verwandtschaft zu Desperados von Kristina Bröring-Sprehe wurde selbstverständlich betont, denn bekannte Namen ziehen.
Den passenden Namen zur IT-Expertise im Hause Plönzke hat der danach gezeigte Sohn von Download, namens Dot Com, der noch nicht so lange unter dem Sattel ist und schon nen Auftritt hat. Wird er vielleicht noch öfters haben, ebenso wie der Sohn von Fahrenheit mit dem wohlklingenden Namen Freudenstern, auf dem Anja Plötzke saß und ihn in flotten Runden vorstellte.

imageZum Ende hin gab es die zweite Vorführung mit Pferd und Tänzerin zu „Love is in the air“, was in dem Kontext der künftigen Vermehrung natürlich passt, mit dem realen Alltag der Pferde und künstlicher Befruchtung eher nichts mehr zu tun hat. Zum optischen Erwärmen gabs dann zuletzt die Schlussaufstellung der in der zweiten Hälfte gezeigten Pferde und aller Akteure inklusive Helfer mit Fackeln in der Hand. Es wurde sich bedankt für den Besuch und man wurde eingeladen sich die Pferde im Stall anzusehen. Ich ging deswegen nochmal hoch in den Stall, nur da war gerade Fütterungszeit, also bin ich heim.
imageFalls ich eines Tages mal eine Stute besitze und auf Hengstsuche wäre, würde ich anfragen, ob man sich den Favoriten in einem Einzeltermin mal genauer ansehen kann und ein persönliches Gespräch führen, ob die Auserwählten überhaupt zusammen passen. Sofern es mit den Hengsthaltern machbar ist, selbstverständlich.

Demnächst ist wieder eine Hengstschau und ich bin sehr gespannt, wie sie gestaltet wird. Die auf dem Gestüt Tannenhof war auf jeden Fall sehr schön gemacht und ist auch für Leute ohne Zuchtstute einen Ausflug wert.

[Beitrag enthält unbezahlte Werbung und Verlinkungen ohne Beauftragung dazu.]

3 Gedanken zu “Eventbericht – Hengstschau auf dem Gestüt Tannenhof

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